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Pferdehaltung und Viehverkehrsverordnung

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Die Antwort der Kreisverwaltung Rhein-Hunsrück auf die Frage nach der Umsetzung der Viehverkehrsverordnung ist von Interesse für alle Pferdehalter....

Sehr geehrte Frau Clement, 

der Pferdezuchtverband Rheinland-Pfalz-Saar (PRPS) ist für Rheinland-Pfalz und das Saarland die ausgebende Stelle für Transponder gemäß § 44 Abs. 3 der ViehVerkV, die für Zucht- und Freizeitpferde verwendet werden. Ab sofort sind beim PRPS Transponder für die Kennzeichnung von Equiden erhältlich. Für das Kennzeichnen von Einhufern dürfen ausschließlich die von der/den zuständigen Stellen (PRPS oder tierzuchtrechtlich anerkannter Zuchtverband) bezogenen Transponder implantiert werden. Die Transponder werden auf Antrag an den Tierhalter bzw. Tierbesitzer verschickt. Die Zuteilung der Transponder erfolgt unter angemessener Berücksichtigung des jährlichen Bedarfs.


Tierhalter-Registriernummer
Bereits vor Inkrafttreten der Neufassung der Viehverkehrsverordnung am 3. März 2010 (BGBl. I S. 203) war ein jeder Tierhalter (Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen, Einhufer, Geflügel) gemäß § 26 Viehverkehrsverordnung verpflichtet, die Tierhaltung vor Beginn der Tätigkeit bei der zuständigen Behörde anzuzeigen. Die zuständige Behörde erfasst die angezeigte Haltung und erteilt dem Tierhalter eine zwölfstellige Registriernummer. Daher ist die Vergabe der Tierhalter-Registriernummer nichts Neues. Durch die o. g. Neufassung der Viehverkehrsverordnung sind die Vorgaben der Verordnung (EG) Nr. 504/2008 umgesetzt und ergänzt worden. Einhufer, die nach dem 30. Juni 2009 geboren werden, sind ohne Ausnahme mit einem Transponder zu kennzeichnen. Ein Equidenpass ist auszustellen. Dies bedeutet, dass ohne die Angabe der Registriernummer eine Identifizierung eines Equiden nicht mehr möglich ist. Sollte ein Tierhalter noch nicht über eine entsprechende Registriernummer verfügen, ist diese umgehend zu beantragen.

In Rheinland-Pfalz wird die 12-stellige Tierhalter-Registriernummer von der zuständigen Kreisverwaltung (Veterinärämter oder Landwirtschaftsabteilungen) vergeben. Im Saarland sind für die Vergabe der Tierhalter-Registriernummer die Landwirtschaftskammer und das Landesamt für Agrarwirtschaft und Landentwicklung zuständig.


Was muss der Tierhalter oder Tierbesitzer tun, um einen Pass zu erhalten?

Zuchtpferde
Für Mitglieder im Pferdezuchtverband Rheinland-Pfalz-Saar hat sich der Ablauf kaum geändert. Die Geburt der Fohlen wird innerhalb von 28 Tagen mit der Abfohlmeldung dem Verband mitgeteilt. Die einzige Änderung bei der Abfohlmeldung ist die Angabe der Tierhalter-Registriernummer. Sie kommen wie bisher mit dem Fohlen bei Fuß der Mutter zur Fohlenschau. Die Fohlen werden durch Verbandsbeauftragte registriert. Neben der Aufnahme von Farbe und Abzeichen wird dort auch der Transponder auf der linken Halsseite gesetzt.


Pferde ohne (nachgewiesene) Abstammung / Freizeitpferde
Handelt es sich um ein Pferd ohne Abstammung, so ist ein Antrag auf Kennzeichnung und Zusendung eines Equidenpassdokumentes in der Geschäftsstelle des PRPS zu stellen. Dies erfolgt unter Angabe der Tierhalter-Registriernummer. Die entsprechenden Antragsformulare sind auf der Homepage des Pferdezuchtverbandes abzurufen.

Hierbei ermöglicht der PRPS zwei Möglichkeiten der praktischen Kennzeichnung und Registrierung des entsprechenden Pferdes, die dem PRPS bei der Beantragung auf Kennzeichnung und Zusendung eines Equidenpasses mitgeteilt werden sollten:

1. Der Transponder soll von einem Tierarzt gesetzt werden: Der PRPS sendet dem Antragsteller den/die beantragten Transponder sowie das beantragte Equidenpassdokument (EPD) zu. Der vom Tierhalter beauftragte Tierarzt (Kennzeichner) setzt den Transponder und ergänzt im EPD die erforderlichen Angaben unter Berücksichtigung der Registriernummer. Nach Rücksendung des EPD an den PRPS wird der Equidenpass ausgestellt.

2. Der Transponder soll vom Pferdezuchtverband Rheinland-Pfalz-Saar gesetzt werden: Hierbei ist eine vorherige Zusendung des Transponders an den Antragsteller nicht erforderlich. Der Tierhalter/Tierbesitzer kommt zu einem Sammeltermin des PRPS zur Kennzeichnung und Registrierung von Pferden/Ponys. Diese Termine werden auf der PRPS Homepage veröffentlicht. Dort wird das entsprechende Pferd durch geschulte und sachkundige Verbandsmitarbeiter gechippt, und es werden alle erforderlichen Daten aufgenommen.

Der PRPS wird in seinen Veröffentlichungen darauf hinweisen, dass insbesondere im Bereich der Pferde/Ponys ohne Abstammung (Freizeitpferde) bei der Kennzeichnung mittels Microchip die Zusammenarbeit zwischen Verband als ausgebender Transponderstelle und den Tierärzten, die in den Regionen oftmals ohne weite Anreise die Equiden chippen und aufnehmen können, von Bedeutung ist. Die Tierärzte sind durch ihre regionale Nähe meist flexibler in der Termingestaltung, so dass die Mikrochipkennzeichnung dieser Equiden i.d.R. durch praktizierende Tierärzte erfolgen sollte.


Was muss der Tierarzt bzw. der Kennzeichnungsberechtigte tun?

Der Transponder wird unter aseptischen Bedingungen zwischen Genick und Widerrist in die Mitte des Halses im Bereich des Nackenbandes parenteral implantiert (Art. 11 Abs. 2 der VO (EG) 504/2008). Vor der Implantation muss der Kennzeichnende überprüfen, dass das zu kennzeichnende Tier nicht bereits über einen früher implantierten Transponder verfügt. Dazu erfolgt eine Ablesung am Pferde mit einem der ISO-Norm 11785 entsprechenden Lesegerät, mit dem HDX- und FDX-B-Transponder abgelesen werden können, durch unmittelbaren Kontakt des Lesegerätes mit allen Stellen der Körperoberfläche, wo Transponder normalerweise implantiert werden sowie großräumig darum herum (gesamter Hals beginnend unmittelbar hinter den Ohren/Genick bis zur Schulter/Widerrist). Ebenso ist auf klinische Anzeichen dafür zu achten, dass ein früher implantierter Transponder chirurgisch entfernt wurde. Die Überprüfung einer alten Transponderkennzeichnung ist bei allen Equiden unabhängig vom Alter vor der Transponderimplantation vorzunehmen.
Wenn die vorgenannte Prüfung auf das Vorhandensein eines früher implantierten Transponders oder die nicht dokumentierte Entfernung eines Transponders hinweisen, ist diese Information der passausstellenden Stelle entsprechend mitzuteilen (Art. 11 Abs. 2 der VO (EG) 504/2008).

Identifizierung von vor dem 1. Juli 2009 geborenen Einhufern
Es ist davon auszugehen, dass nach wie vor noch nicht alle Equiden einen Pass besitzen, darunter auch Pferde, die vor dem 1. Juli 2009 geboren wurden. Auch für diese Pferde besteht nunmehr die Pflicht der Transponder-Kennzeichnung und der Ausstellung eines Equidenpasses. Ohne Transponder-Kennzeichnung kann kein Pass mehr für bislang nicht identifizierte Equiden ausgestellt werden.


Die Pflicht zur Transponder-Kennzeichnung entfällt für vor dem 1. Juli 2009 geborene Equiden, für die bereits vor dem 31. Dezember 2009 ein Equidenpass in Deutschland oder einem anderen Mitgliedstaat der EU ausgestellt wurde. Auch im Falle des Verlustes eines Equidenpasses kann für diese Equiden ein Ersatzdokument ohne vorherige Chip-Kennzeichnung ausgestellt werden.


Nun zur Beantwortung Ihrer Fragen:

Muss ich als privater Pferdehalter, der sein Pferd in einer Anlage (beim "Tierhüter") stehen hat, auch bei der Equidendatenbank registriert sein?
Ja, weil Sie sonst kein Equidenpass für Ihr Pferd ausgestellt werden kann, bzw. weil Ihr Pferd mit einem vorhandene Equidenpass nicht im HIT registeriert werden kann.

Wie erhalte ich den entsprechenden Zugang (Registriernummer nach der Viehverkehrsverordnung) - Für RLP seien lt. http://www.hi-tier.de/infoEQ.html die Kreisverwaltungen zuständig.
Antrag an die zuständige Kreisverwaltung (z.B. mit beigefügtem Formblatt)

Ist gfls mein "Tierhüter" für diese Meldung zuständig?
Zuständig für die Meldung ihres Pferdes sind Sie (Tierbesitzer, Tiereigentümer).
Der Pferdehalter („Tierhüter“) ist zur Meldung seines Betriebes verpflichtet und zur Angabe wie viele Pferde er hält.

Muss ich ihm den Equidenpass meines Pferdes aushändigen - und für Transporte wieder zurückholen/wieder abgeben?
Ja!
Wenn der Pferdehalter (hier z.B. Pensionsbetrieb) Pferde ohne Equidenpass hält, begeht er eine Ordnungswidrigkeit und der Tierbesitzer wird ebenfalls belastet.
Ohne Equidenpass dürfen Sie kein Pferd transportieren.

Wie erhält ein privater Pferdehalter, der sein(e) Pferd(e) auf dem privaten Grundstück hält, die Registriernummer nach der Viehverkehrsverordnung, ohne dass er an die Landw. Berufsgenossenschaft angeschlossen ist?
Der Eintrag als „Pferdehalter“ im HIT begründet nicht die Mitgliedschaft in der landwirtschaftlichen Alterskasse oder der Berufsgenossenschaft. Hierfür ist der Besitz oder die Bewirtschaftung von Flächen (Eigenland oder Pachtland) notwendig.

Und welche kostenpflichtigen Auswirkungen hat die Neuanmeldung eines privaten Pferdehalters an der Hi-Tier? Tierseuchenkasse, landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft, o.ä.
Tierseuchenkasse:
Pferdehalter sind verpflichtet ihre Pferde bei der Tierseuchenkasse anzumelden. Zurzeit sind die Pferde jedoch beitragsfrei. Es müssen keine Beiträge gezahlt werden. Mit der Meldung sind auch manchmal Vorteile verbunden. So hat die Tierseuchenkasse vor wenigen Jahren die Kosten für die Tollwutimpfstoffe für Pferde übernommen. Die Tierseuchenkasse übernimmt den Großteil der Beseitigungskosten verendeter oder getöteter Pferde.
Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft:
siehe oben


Unsererseits werden wir diese Informationen und das Antragsformular auf unserer Internetseite einstellen.


Ich hoffe, ich habe Ihnen etwas geholfen.

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag

Dr. L. Böhler
Kreisverwaltung Rhein-Hunsrück

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